Mittwoch, 20. August 2008

Von Tabriz nach Teheran

Klopf, klopf. Um 7 Uhr in der Früh wurden wir geweckt mit der Nachricht, dass die Polizei vor dem Hotel (eher Herberge) auf uns warte. Das Vergehen: Falschparken! Da wir nachts zuvor sehr spät in Tabriz ein Hotel gefunden hatten, versicherte uns der Hotelbesitzer , es wäre kein Problem die Krankenwagen direkt auf der Hauptstrasse vor dem Haus abzustellen. Doch jetzt wurden auf einmal einige Pässe einkassiert und wir konnten nur den Polizisten auf Schritt und Tritt folgen. Allerdings war auch diese Situation nach etwas warten und dem Zahlen einer Strafe von 35 Euro, die wir uns mit dem Hotelbesitzer teilten, erledigt. Pässe und Führerscheine wurden wieder ausgehändigt und wir konnten unsere Weiterfahrt mit etwas Verspätung antreten. Wir hatten es auch entsprechend eilig, denn schließlich wollten wir noch heute die ca. 550 km nach Teheran fahren.


Auch heute mussten wir wieder tanken. Würde es wieder so eine Odyssee wie gestern werden? Leider ist die Verständigung mit unserem Begleiter Nasser aufgrund unserer seeeeeeehr limitierter Farsi-Kenntnisse etwas schwierig und so mussten wir diese Frage einfach auf uns zukommen lassen. Auch wenn wir ab Tabriz auf der erstaunlich gut ausgebauten Autobahn fuhren, darf dieser Umstand nicht mit deutschen Verhältnissen verglichen werden: Ausfahrten stehen zu ca. 120 Grad zur Fahrtrichtung, Motorräder kommen einem auf der Ueberholspur entgegen und Aehnliches. Aber eigentlich ist auch nicht korrekt von Ueberholspur zu sprechen, denn die Iraner überholen wo und wie sie wollen. So leerten sich auch immer mehr die Tanks und Tankstellen waren nicht in Sicht. Wir mussten zum Tanken 30 (!) km von der Autobahn abfahren und trotzdem wieder eine Stunde anstehen: vor uns warteten schon ca. 30 blaue iranische Einheits-Pickups, die gerade vom lokalem Viehmarkt kamen und entsprechend „tierisch“ beladen waren.

Der spannendste Teil des Tages sollte aber noch folgen. Langsam wurde die Luft schlechter und der Verkehr dichter. Langsam aber sicher näherten wir uns der Stadt Teheran. In den nächsten zwei Stunden konnten wir eindrucksvoll erfahren, warum der Iran ein Land mit über 20.000 tödlichen Autounfällen im Jahr ist. Nun war höchstes Geschick im Umgang mit den Krankenwagen gefragt. Durch die Größe und Auffälligkeit unserer Fahrzeuge konnten wir uns den nötigen Respekt verschaffen. Und ging es doch um Millimeterentscheidungen mit einem Taxi oder drohte der Konvoi sich zu verlieren, manövrierten wir unter Einsatz von Sirenen und heftigem Gehupe unsere Schäfchen doch sicher bis zur nächsten Kreuzung und schließlich zu unserem Schlafplatz.