Sonntag, 12. Oktober 2008

Der Hilfskonvoi in der Presse

Verschiedene Zeitungen und Zeitschriften berichteten über unser Projekt. Unten finden sich die Beiträge von der Koblenzer Rheinzeitung sowie den Zeitschriften Zeit Campus und Junge Karriere.


Freitag, 29. August 2008

6.726 km: Ziel erreicht

Nach 19 Tagen Fahrt hat der Hilfskonvoi sein Ziel erreicht: Die iranisch-afghanische Grenze. Dort konnten wir unser Projekt erfolgreich zu einem Abschluss bringen, indem wir die 4 Krankenwagen unseren Freunden der afghanischen Klinik in Herat übergeben haben. Aus Sicherheitsgründen konnten wir leider nicht selbst das letzte Stück bis zu dem Krankenhaus bereisen, die Krankenwagen befinden sich aber mittlerweile in den Händen von Mitarbeitern der Klinik.



Nach einigen letzten Kulturtagen in Mashad und Teheran ist das gesamte Team mittlerweile wieder wohlerhalten in Deutschland gelandet und jeder auf seinem Weg nach Hause.

Wir möchten uns an dieser Stelle gerne nochmals ganz herzlich bei allen Spendern und Unterstützern des Hilfskonvois bedanken. Ihre Geldspenden sowie Hilfestellungen in der Vorbereitung sowie auf dem Weg haben dieses Projekt möglich gemacht.

Sollten Sie noch weitere Fragen haben, Informationen oder nähere Details zu der Reise und zukünftigen Unterstützungsmöglichkeiten haben, sind wir gerne weiterhin über krankenwagen@whu.edu zu erreichen und freuen uns über zahlreiche Zuschriften.

Auf ein nächstes Mal!

Samstag, 23. August 2008

Angekommen in Mashad

Die letzte große Station des Konvois ist erreicht. In Mashad haben wir bereits gestern Majed, den Schwager des Gründers der Rezai-Stiftung getroffen. Nach über 6.500 km durch Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Türkei und den Iran werden wir hier heute und morgen noch einmal letzte kleine Reparaturen an den Wagen durchführen, bevor wir diese am Montag an die iranisch-afghanische Grenze bringen.




Mashad ist die zweitgrößte Stadt im Iran und beherbergt das wichtigste islamische Heiligtum des Landes: Die Emam Reza Moschee mit dem heiligen Schrein, in dem dessen Gebeine aufbewahrt werden. Jährlich strömen über 1 Mio. Pilger in die Stadt um diesen Ort zu besuchen. Wir sind zufällig ebenfalls zur Haupt-Pilgerzeit in der Stadt. Dementsprechend herrscht reges Treiben in den Straßen und das öffentliche Leben wird durch den Rhythmus der fünf Gebetszeiten bestimmt. Wir konnten auch schon beeindruckende Szenen im Schrein erleben und haben auch in Gesprächen mit Majed ein besseres Verständnis des Islams gewonnen.

Freitag, 22. August 2008

Weiter durch die Steppe

Gestern Morgen trafen wir uns mit unserem Kontaktmann Herrn Shahin Salimi von Kühne + Nagel und wurden in dessen Büro sehr nett empfangen und verköstigt. Als Zeichen unseres Dankes für die schon zuvor erwähnte großartige Unterstützung und Gastfreundschaft überreichten wir ein kleines Geschenk und wurden anschließend noch aus der 16–Millionen-Metropole eskortiert. Nun lagen die letzten 1.000 km vor uns auf dem Weg zur Grenze und wir sammelten einige landschaftliche Impressionen. Unser Tagesziel gestern war Sharuz, bevor wir heute weiter nach Mashad fuhren.

Mittwoch, 20. August 2008

Von Tabriz nach Teheran

Klopf, klopf. Um 7 Uhr in der Früh wurden wir geweckt mit der Nachricht, dass die Polizei vor dem Hotel (eher Herberge) auf uns warte. Das Vergehen: Falschparken! Da wir nachts zuvor sehr spät in Tabriz ein Hotel gefunden hatten, versicherte uns der Hotelbesitzer , es wäre kein Problem die Krankenwagen direkt auf der Hauptstrasse vor dem Haus abzustellen. Doch jetzt wurden auf einmal einige Pässe einkassiert und wir konnten nur den Polizisten auf Schritt und Tritt folgen. Allerdings war auch diese Situation nach etwas warten und dem Zahlen einer Strafe von 35 Euro, die wir uns mit dem Hotelbesitzer teilten, erledigt. Pässe und Führerscheine wurden wieder ausgehändigt und wir konnten unsere Weiterfahrt mit etwas Verspätung antreten. Wir hatten es auch entsprechend eilig, denn schließlich wollten wir noch heute die ca. 550 km nach Teheran fahren.


Auch heute mussten wir wieder tanken. Würde es wieder so eine Odyssee wie gestern werden? Leider ist die Verständigung mit unserem Begleiter Nasser aufgrund unserer seeeeeeehr limitierter Farsi-Kenntnisse etwas schwierig und so mussten wir diese Frage einfach auf uns zukommen lassen. Auch wenn wir ab Tabriz auf der erstaunlich gut ausgebauten Autobahn fuhren, darf dieser Umstand nicht mit deutschen Verhältnissen verglichen werden: Ausfahrten stehen zu ca. 120 Grad zur Fahrtrichtung, Motorräder kommen einem auf der Ueberholspur entgegen und Aehnliches. Aber eigentlich ist auch nicht korrekt von Ueberholspur zu sprechen, denn die Iraner überholen wo und wie sie wollen. So leerten sich auch immer mehr die Tanks und Tankstellen waren nicht in Sicht. Wir mussten zum Tanken 30 (!) km von der Autobahn abfahren und trotzdem wieder eine Stunde anstehen: vor uns warteten schon ca. 30 blaue iranische Einheits-Pickups, die gerade vom lokalem Viehmarkt kamen und entsprechend „tierisch“ beladen waren.

Der spannendste Teil des Tages sollte aber noch folgen. Langsam wurde die Luft schlechter und der Verkehr dichter. Langsam aber sicher näherten wir uns der Stadt Teheran. In den nächsten zwei Stunden konnten wir eindrucksvoll erfahren, warum der Iran ein Land mit über 20.000 tödlichen Autounfällen im Jahr ist. Nun war höchstes Geschick im Umgang mit den Krankenwagen gefragt. Durch die Größe und Auffälligkeit unserer Fahrzeuge konnten wir uns den nötigen Respekt verschaffen. Und ging es doch um Millimeterentscheidungen mit einem Taxi oder drohte der Konvoi sich zu verlieren, manövrierten wir unter Einsatz von Sirenen und heftigem Gehupe unsere Schäfchen doch sicher bis zur nächsten Kreuzung und schließlich zu unserem Schlafplatz.

Dienstag, 19. August 2008

Endlich über die Grenze

Gegen 15.00 Uhr war es geschafft. Nach knapp 24 Stunden an der Grenze haben wir erfolgreich die Türkei verlassen und trafen nach zwei weiteren Stunden des Wartens Nasser - unseren iranischen Begleiter für die Fahrt nach Mashad. Nach einer weiteren Stunde für die Reparatur des Auspuffs ging es nun daran die Wagen wieder zu betanken. Da ein Liter Benzin in der Türkei fast 2,00 € kostet, sind wir mit den letzten Tropfen Sprit in den Iran gerollt. Obwohl das Land die drittgrößten Ölreserven der Welt aufweist, ist der Benzinkauf jedoch durchaus kompliziert. Da der Benzinpreis von ca. 0,07 € subventioniert ist, es im Iran aber gleichzeitig an Raffineriekapazitäten mangelt, ist die Benzinmenge pro Person auf 4 Liter/Tag rationiert, wodurch ein reger Schwarzmarkt für nicht genutzte Benzinrationen entsteht. Da wir über keine Rations-Karten verfügen, müssen wir unseren Kraftstoff auf eben diesem Schwarzmarkt kaufen was teilweise höchst dubiose Züge annimmt.


Nachdem wir unsere Wagen zu „Wucherpreisen“ von 0,35 € pro Liter befüllt haben, ging es abends noch weiter bis Tabriz, von wo aus wir morgen nach Teheran aufbrechen werden.

Montag, 18. August 2008

Fast im Iran

Nachdem wir morgens früh aufgebrochen sind haben wir gegen 14.00 Uhr die türkisch-iranische Grenze erreicht. Von den befürchteten Kontrollen entlang der Strecke war jedoch nichts zu sehen. Wir wurden lediglich durch den kernigen Klang von einem der Wagen aufgehalten, denn ein Verbindungsstück der Auspuffanlage hatte sich gelöst. Obwohl der Schaden nicht schwerwiegend war und schnell provisorisch behoben werden konnte gewann die Situation besonderen Charme dadurch, dass wir auf freier Strecke und mit bester Aussicht auf den Berg Ararat anhalten mussten.


Besonders im äußersten Osten der Türkei fällt das Entwicklungs-Gefälle innerhalb der Türkei auf. Während der Übergang von Bulgarien in die Türkei fließend ist und Istanbul eindeutig als westliche Weltstadt beschrieben werden kann, sieht man im Osten der Türkei immer mehr Armut und Dörfer, die überwiegend aus Lehmhütten bestehen. Auch nimmt die Anzahl der Frauen mit Kopftuch deutlich zu. Von der liberalen Haltung in Istanbul ist hier nicht mehr viel zu spüren.

An der Grenze angekommen mussten wir feststellen, dass man auch hier offensichtlich keine Konvois aus Krankenwagen gewohnt ist. Zwar drängen sich sofort die freundlichen Service-Grenz-Wegelagerer auf, die sich als offizielle Grenzer ausgeben und selbstverständlich versprechen alle notwendigen Stempel im Handumdrehen organisieren zu können. Wir haben uns jedoch auch hier lieber auf die bewährte Unterstützung durch Kühne und Nagel verlassen.
Warum stehen wir also nun, nach 8 Stunden immer noch an der Grenze? Nachdem wir gegen Abend endlich mit scheinbar allen Offiziellen auf der türkischen Seite der Grenze gesprochen haben, stellte man fest, dass man die knapp 7000 € Kaution, die wir bei Einreise in die Türkei hinterlegen mussten, nun doch gerade nicht zur Hand hat. Dementsprechend sitzen wir in der Wartehalle der Grenze, irgendwo zwischen Türkei und Iran, gegenüber dem Duty Free Shop und unterhalten ca. 30 Busreisende mit deutschen Volksliedern. Wenn alles glatt läuft können wir morgen früh gegen 10 Uhr den Einreiseprozess in den Iran angehen.

Sonntag, 17. August 2008

Die Sonne brennt, die Kabel brennen, doch es geht weiter

Gestern war der bisher vielleicht aufreibendste Tag unserer Tour. Nachdem wir kurz vor Sivas an einem großen Autohof an der Hauptstraße übernachtet haben sind wir zeitig aufgebrochen um es auf jeden Fall bis nach Erzurum zu schaffen und die heutige Etappe bis zur Grenze angehen zu können.
Jedoch machte uns gestern und vorgestern einer der Wagen ein wenig Probleme. Nachdem zuerst eine Batterie heiß wurde, und wir diese erneuern mussten, schmorte einige Stunden später im selben Wagen die Verkabelung der Batterie. Zum Glück sind die Automechaniker in der Türkei allerdings findige und sehr begabte Leute, sodass wir jetzt mit einer neuen Batterie wieder sicher unterwegs sind. Nur den Anlasser hat es leider ernsthaft erwischt, sodass wir den einen Wagen ab jetzt wohl anschieben müssen.





Aber so bleibt die Fahrt spannend und wir haben immerhin wieder etwas zu berichten. Für die heutige Etappe zur Grenze ist alles geplant, wir werden in einer halben Stunde aufbrechen und freuen uns schon darauf an der Grenze unsere iranischen Freunde zu treffen.

Der nächste Blog-Eintrag wird wohl im Iran verfasst werden.

Freitag, 15. August 2008

Willkommen in Asien



Nach der Überquerung des Bosporus sind wir nun in Asien angekommen. In Ankara übernachten wir an der Bilkent University (auch eine Partneruniversität der WHU). Gleich wird die Reise weiter gehen nach Sivas, Erzurum und dann bis zur türkisch-iranischen Grenze. Alles ist vorbereitet. Kuehne + Nagel hat bereits alle notwendigen Grenz- bzw. Zolldokumente erhalten und weitergeleitet. Von der deutsche Botschaft haben wir die neuesten Sicherheitsmeldungen erhalten und erwarten eine problemlose Durchfahrt durch Anatolien.
Wir sind froh, dass wenigstens einer von uns ein paar Brocken türkisch beherrscht und wir damit Land und Leuten ein Stückchen näher kommen können.





Noch 20 Minuten, bis der Auspuff wieder angeschraubt ist und wir können weiterfahren. Ab jetzt gibt es keine Autobahnen mehr, welche in der Türkei zwar teuer aber dafür überraschend gut ausgebaut waren. Wir müssen davon ausgehen, des öfteren mit Ziegen- und Schafherden auf der Strasse konfrontiert zu werden.
Wir danken Euch für Euer reges Interesse.

Mittwoch, 13. August 2008

Wieder alles im Schuss

Bevor wir von Istanbul weiter gen Osten aufbrechen, wurden zwei Wagen erfolgreich im Istanbuler Werkstattviertel (eine Gegend doppelt so gross wie Vallendar nur mit Werkstaetten) repariert. Damit sind wir fuer die folgenden 2.000 km ohne ein solches Tueftlerparadis gut geruestet.

Seit Beginn der Fahrt besuchen immer mehr Leser diesen Blog. Die Besucherzahl hat sich verzehnfacht - das freut uns natuerlıch ungemein, dass in der Heimat dieses Projekt auf ein solches Interesse stoesst. Darum moechten wir diese Gelegenheit nutzen Euch alle um eine Unterstuetzung fuer die Investitionen in die Fahrzeuge bitten. Das Motto lautet:

25 x 25 Euro

Wir danken jedem, der uns mit einer ersten oder weiteren Spende unterstuetzt! Dıese hilft, den sicheren Gebrauch der Fahrzeuge unterwegs und in Herat zu gewaehrleisten.

Dienstag, 12. August 2008

Boxenstop in Istanbul

Nach insgesamt 9 Stunden Wartezeit an der bulgarisch-türkischen Grenze, diversen dubiosen Gebühren und der ausgiebigen Bekanntschaft mit den türkischen Behörden sind wir nun wohlbehalten in Istanbul bzw. an der Koç University angekommen. 2 Wagen wurden bereits in die Werkstatt gebracht, ein Wagen ist repariert, der 2. kann morgen abgeholt werden. Morgen steht ein kurzes Kulturprogramm auf der Tagesordnung, bevor wir am Donnerstag, den 14.8. in Richtung Ankara aufbrechen werden. Alle weiteren Schritte für die Weiterreise wurden getaetigt und unsere iranischen Freunde sowiıe Kuehne + Nagel werden uns an der Grenze zum Iran erwarten.

Tausend Dank an Kuehne + Nagel für die grossartige Unterstützung an der Grenze sowie an Furkan Anarat (ehemaliger Ausstauschstudent an der WHU) und Freunde von der Koç Universitesı für die Gastfreundschaft!

Wir sind froh, den bisherigen Teil der Fahrt fast ohne grosse Probleme gemeistert zu haben, liegen weiterhin im Zeitplan und sehen den naechsten Etappen mit Zuversicht entgegen.

Montag, 11. August 2008

Die Türkei: So nah, und doch so fern

Nach einer Übernachtung in den Krankenwagen bzw. unter dem sternenklaren Himmel Bulgariens sind wir heute morgen noch die letzten 50 km bis zur bulgarisch-türkischen Grenze gefahren. Soweit so gut. Allerdings stehen die Krankenwagen nun bereits seit 4 Stunden in Sichtweite der letzten türkischen Passkontrolle und wir werden nicht durchgelassen. Anscheinend haben die türkischen Zöllner die Befürchtung, dass wir beabsichtigen die Wagen in der Türkei veräußern, ohne die entsprechenden Zölle zu zahlen. Um dies zu verhindern, muss nun leider eine hohe Kaution hinterlegt werden, die wir nur mit grossen Umstaenden organisieren können.



Ein großer Dank geht deshalb an dieser Stelle an Kuehne + Nagel in Istanbul, die uns sofort ihre unkomplizierte Hilfe angeboten haben. Ein Kurier mit der Kaution ist bereits unterwegs und wird wohl in Kürze hier an der Grenze eintreffen. Bis dahin lauschen wir dem Muezzin der lokalen Moschee, testen das erste mal türkische Spezialitäten und nehmen die Dienste des freundlichen Barbiers in Anspruch.
Uns geht es also nach wie vor blendend und wir werden voraussichtlich noch heute weiter nach Istanbul an die Koc-Universität weiterfahren können, auf deren Campus wir übernachten dürfen. Die Koc ist eine Partner-Universität der WHU, was wohl ein eindeutiger Beweis dafür ist, dass das Netzwerk funktioniert.

Die nächsten Tage werden wir in der Türkei unterwegs sein, sodass der nächste spannende Grenzübergang erst in ca. 5-6 Tagen ansteht, wenn wir in den Iran einreisen.